Interessenbereich Literatur und Philosophie

Wenn Christus noch kein Gott wäre, würde ich ihn dazu wählen

Heinrich Heines heitere Religionskritik

Prof. Dr. Hans-Jürgen Benedict
Heinrich Heine gilt als Spötter über Staat und Kirche. Wenn man jedoch genauer hinschaut, erweist er sich als ein heiterer Kritiker der Religion, der ihre Wahrheit durchaus zu würdigen weiss. Sowohl in "Die Geschichte der Religion und Philosophie in Deutschland"(1834) als auch in den Reisebildern und Gedichten zeigt ersich als großer Kenner der Christentums, der liebenswürdig seine Schwächen aufspießt udn seine Vorzüge lobt. Wir werden diese Texte lesen und dabei sehr viel Spaß und Selbsterkenntnis haben,und das ganz ohne schlechtes Gewissen über den Spott. Denn wie sagte Heine: "Gott wird mir verzeihen,das ist sein Metier."

Hans Jürgen Benedict ist Theologe und war Professor an der Ev. Hochschule für soziale Arbeit und Diakonie des Rauhen Hauses in Hamburg.

Termine zu „Wenn Christus noch kein Gott wäre, würde ich ihn dazu wählen”

Kursname:5 Termine
Kurs-Nr:3001
Datum:31.01.12-28.02.12
Uhrzeit:dienstags, 15.30-17.00 Uhr
Ort:Hauptkirche St. Nikolai, Kirche, Herrensaal
Teiln. Beitrag:€ 40.00
 

Sibirien-Literatur

Prof. Dr. Annelore Engel
Bis heute fasziniert Sibirien durch seine Ausdehnung und seine Widersprüche. Der sprichwörtlichen Kälte begegnet es mit heißen Sommern; als Projektionsfläche für Freiheit, Abenteurertum und Zukunft kontrastiert es mit Verbannung, Zwangsarbeit und Deportation. Zur Sibirien-Literatur haben „geborene Sibirier“ (Wsjewolod Iwanow, Valentin Rasputin) und „zeitweilige Sibirier“ beigetragen (Maria Wolkonskaja, Fjodor Dostojewskij, Iwan Gontscharow, Anton Tschechow). Was erzählen sie, und wie tun sie es?

Zum Kursus wird ein Reader zusammengestellt.

Frau Dr. Engel war Professorin für Slavistik an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.

Termine zu „Sibirien-Literatur”

Kursname:4 Termine
Kurs-Nr:3002
Datum:06.02.12-27.02.12
Uhrzeit:montags, 15.00-16.30 Uhr
Ort:Hauptkirche St. Nikolai, Altes Gemeindehaus, Seniorenraum
Teiln. Beitrag:€ 32.00
 

Anton Tschechow

Schriftsteller, Arzt, Gärtner

Andrea Schellin
Wir folgen den Spuren eines Autors, dessen Werk seinesgleichen in der Weltliteratur nicht hat am Beispiel von:
Die Steppe
Die Dame mit dem Hündchen
Die Insel Sachalin

Andrea Schellin arbeitet seit vielen Jahren mit Literaturgruppen. Seit 2005 gestaltet sie gemeinsam mit Matthias Hoffmann-Borggrefe an St. Nikolai die Reihe "Literatur und Musik am Freitagabend"

Termine zu „Anton Tschechow”

Kursname:2 Termine
Kurs-Nr:3003
Datum:05.03.12-12.03.12
Uhrzeit:montags, 19.30-21.00 Uhr
Ort:Hauptkirche St. Nikolai, Altes Gemeindehaus, Seniorenraum
Teiln. Beitrag:€ 20.00
 

Die mittelalterliche Literatur Italiens

Drei große Namen: Dante, Boccaccio, Petrarca

Ortrud Gellert
Die drei großen toscanischen Schriftsteller des 14.Jahrhun-
derts waren die ersten Klassiker der italienischen Literatur. Dante Alighieri als Schöpfer der neuzeitlichen italienischen Sprache hat mit seiner "Divina Comedia" die größte Dichtung der italienisthen Literatur geschaffen. Aber auch Giovanni Boccaccio und Francesco Petrarca sind mit ihren Werken als Dichter der Renaissance bzw. des Humanismus in die Geschichte eingegangen. Sie haben antikes Traditionsgut rezipiert und damit dem Geist der Zeit entsprochen. Am Beispiel noch einiger anderer damaliger Zeitgenossen wie Pietro Bembo, Angelo Poliziano, Torquato Tasso, Ludovico Ariost werden wir untersuchen, inwieweit diese Dichter nicht nur "schöne Literatur", sondern
aus der Anlehnung an die Antike auch philosophische Lehrschriften verfaßt haben.

Ortrud Gellert ist seit vielen Jahren Dozentin an der Seniorenakademie in den Bereichen Kunst- und Literaturgeschichte.

Termine zu „Die mittelalterliche Literatur Italiens ”

Kursname:4 Termine
Kurs-Nr:3004
Datum:08.03.12-29.03.12
Uhrzeit:donnerstags, 15.00-16.30 Uhr
Ort:Hauptkirche St. Nikolai, Altes Gemeindehaus, Seniorenraum
Teiln. Beitrag:€ 32.00
 

Der Zauberberg

Thomas Manns großer Roman von Liebe, Tod und Caritas

Dr. Eberhard Stromberg
und von anrührender Musik

Vor dem Ersten Weltkrieg reiste der junge Ingenieur Hans Castorp aus Hamburg nach Davos in der Schweiz, um in einem Höhensanatorium seinen lungenkranken Vetter zu besuchen. Dort begegnet er einer Patientin auffallenden Typs und ungewöhnlicher Ausstrahlung und aus dem geplanten Kurzurlaub werden sieben Jahre der Verzauberung.
Dann treibt ihn der Kriegsausbruch wieder ins Flachland herunter und als Soldat in der Flandernschlacht entschwindet er unseren Blicken.
Welchen Einflüssen war Hans Castorp auf dem ›Zauberberg‹ ausgesetzt? Welche Umstände und Personen wirkten auf ihn ein? Haben sie ihn verändert?
Ein weites Feld vielschichtiger, gedankenreicher Reflektionen ist in dem Roman ausgebreitet, das wir uns in Referaten, Lesungen und Gesprächen erschließen wollen.

Dr. Eberhard Stromberg war Richter am Landgericht Hamburg, seit der Pensionierung hält er Vorträge und Kurse zum Leben und Werk von Heinrich und Thomas Mann.

Termine zu „Der Zauberberg”

Kursname:Montagskurs - 8 Termine
Kurs-Nr:3005
Datum:26.03.12-04.06.12
Uhrzeit:montags, 15.30-17.30 Uhr
Ort:Hauptkirche St. Nikolai, Altes Gemeindehaus, Seniorenraum
Teiln. Beitrag:€ 64.00
nicht in den Ferien
 
Kursname:Donnerstagskurs - 8 Termine
Kurs-Nr:3006
Datum:29.03.12-07.06.12
Uhrzeit:donnerstags, 10.00-12.00 Uhr
Ort:Hauptkirche St. Nikolai, Altes Gemeindehaus, ehem. Konfiraum
Teiln. Beitrag:€ 64.00
nicht in den Ferien
 

„In den alten Zeiten, als das Wünschen noch geholfen hat…“

Froschkönig und Froschzarin im Märchen

Liane von Schweinitz und Bettina Hartleb
Was sagen uns die beiden Märchen über Mann und Frau, Wunsch und Wirklichkeit, Außen und Innen, Verwünschung und Erlösung?
Liane von Schweinitz und Bettina Hartleb erzählen diese Märchen und nehmen Sie mit in ein Gespräch über die inneren Bilder des Textes.
Im zweiten Teil des Abends wird Raum gegeben, die eigenen inneren Bilder zu gestalten. Materialiene verschiedener Art stehen zur Verfügung.

Liane von Schweinitz war Vorsitzende Richterin am Landgericht und ist im Vorstand des „Märchenforums“ engagiert. Bettina Hartleb ist Krankenhausseelsorgerin und freischaffende Künstlerin.

Termine zu „„In den alten Zeiten, als das Wünschen noch geholfen hat…“”

Kursname:Abendveranstaltung
Kurs-Nr:3007
Datum:27.03.12
Uhrzeit:Dienstag, 19.00-22.00 Uhr
Ort:Hauptkirche St. Nikolai, Altes Gemeindehaus, ehem. Konfiraum
Teiln. Beitrag:€ 20.00
 

Isaak Bashevis Singer und seine Familie

Ingedore Rüdlin
Durch die Verleihung des Nobelpreises für Literatur an Isaak Bashevis Singer 1978 ist er zu dem bekanntesten jiddischen Schriftsteller geworden. Dass auch sein Bruder und seine Schwester innerhalb der jiddischen Literatur einen Namen haben, wissen nur wenige. Alle drei haben auch Erinnerungen über ihre Kindheit geschrieben, jeweils aus ihrer eigenen Perspektive. Wir wollen diese Schilderungen miteinander vergleichen sowie auch jede für sich würdigen.


17.4.: Die Familie Singer – Isaak Bashevis Singer
25.4.: I. J. Singer – der ältere Bruder
2.5.: Mittwoch!! Esther Kreitmann – die Schwester
8.5.: Die fabelhafte Welt des I. B. Singer
Ingedore Rüdlin unterrichtet seit 1994 jiddische Sprache und Literatur an verschiedenen Universitäten.

Termine zu „Isaak Bashevis Singer und seine Familie”

Kurs-Nr:3008
Datum:17.04.12-08.05.12
Uhrzeit:dienstags, 15.00-16.30 Uhr
Ort:Hauptkirche St. Nikolai, Kirche, Herrensaal
Teiln. Beitrag:€ 32.00
 

Aus dem Leben erzählen

Eine kreative Schreibwerkstatt

Barbara Mannitz
Sie erlebten die braven und ärmlichen 50er Jahre, die satten 60er und wilden 70er Jahre. Vielleicht haben Sie noch Erinnerungen an die Nachkriegszeit und Kriegsjahre. Ich lade Sie ein, sich schreibend auf den Weg in Ihre Vergangenheit zu machen, Erinnerungen aufzuspüren und kleine Texte zu verfassen, Bausteine Ihrer Geschichte. Spielerisch können Sie verschiedene Methoden und Techniken des Erinnerns und Schreibens erproben.
Unsere Erinnerungen sind vielschichtig.

Barbara Mannitz ist Diplom-Soziologin mit Psychotherapieausbildung, Hörfunkautorin und Seminarleiterin in der Akademie für Publizistik in Hamburg

Termine zu „Aus dem Leben erzählen”

Kursname:8 Termine / 3stündig
Kurs-Nr:3015
Datum:11.01.12-29.02.12
Uhrzeit:mittwochs, 15.30-17.45 Uhr
Ort:Hauptkirche St. Nikolai, Altes Gemeindehaus, ehem. Konfiraum
Teiln. Beitrag:€ 96.00
 
Kursname:6 Termine/ 3stündig
Kurs-Nr:3016
Datum:18.04.12-23.05.12
Uhrzeit:mittwochs, 15.30-17.45 Uhr
Ort:Hauptkirche St. Nikolai, Altes Gemeindehaus, ehem. Konfiraum
Teiln. Beitrag:€ 72.00
 

Notieren und Skizzieren

– eine Vorschule kreativen Schreibens.

Barbara Mannitz
Gedankenblitze, Skizzen, Notizen und Aufzeichnungen scheinen flüchtig, vorläufig und unfertig und besitzen dennoch eine eigene ästhetische Qualität. Ich lade Sie ein, im Vertrauten das Ungewöhnliche zu entdecken und das Unscheinbare, Nebensächliche, Flüchtige in den Mittelpunkt ihrer Aufmerksamkeit zu stellen, ihm eine Form zu geben und es damit zu etwas Nicht-Unscheinbarem, Nicht-Nebensächlichem, Nicht-Flüchtigem zu machen.
Wir werden uns mit der Kunst des Beobachtens und des genauen Formulierens beschäftigen und die unterschiedlichen Formen des Notierens und Skizzierens kennen lernen und erproben.
Ein Handwerkszeug für alle, die gerne „dicht am Leben“ (Hanns Josef Ortheil) schreiben.

Barbara Mannitz ist Diplom-Soziologin mit Psychotherapieausbildung, Hörfunkautorin und Seminarleiterin in der Akademie für Publizistik in Hamburg

Termine zu „Notieren und Skizzieren ”

Kurs-Nr:3017
Datum:11.05.12-12.05.12
Ort:Hauptkirche St. Nikolai, Altes Gemeindehaus, ehem. Konfiraum
Teiln. Beitrag:€ 60.00
Fr. 15.00-18.00h / Sa. 10.00-13.00h und 14.00-17.00h
 

„Film und Psychologie“

Margaret Schlubach-Rüping
Wie und was nehme ich in Gesprächen wahr? Was passiert, wenn meine Wahrnehmung stark von der anderer Menschen abweicht? Vererben sich Verhaltensweisen und Einstellungen über Generationen hinweg? Entwicklungsstufen und Reifungsprozesse: was ist damit gemeint?
Filme und Filmausschnitte anschauen, um mit Hilfe psychologischer Theorien mehr zu sehen, macht Spaß. Und es erleichtert auch das Verständnis von der Psyche und den Reaktionen anderer.
Selbstverständlich können auch Ihre Wünsche nach einem Lieblingsfilm oder psychologischen Fragen berücksichtigt werden. Lassen Sie uns gemeinsam ein wenig forschen!

Margaret Schlubach-Rüping war Studienrätin auch für das Fach Psychologie.

Termine zu „„Film und Psychologie“”

Kursname:5 Termine
Kurs-Nr:3018
Datum:28.02.12-10.04.12
Uhrzeit:dienstags, 18.00-20.00 Uhr
Ort:Hauptkirche St. Nikolai, Kirche, Herrensaal
Teiln. Beitrag:€ 60.00
nicht am 6.3.12 und am 20.3.2012
 

Die Wiederentdeckung der "Gemeingüter".

Prof. Dr. Marie-Elisabeth Hilger
Die Wiederentdeckung der "Gemeingüter" (Allmende).
Die in Deutschland noch wenig beachtete Debatte über etwas Drittes zwischen Markt und Staat verspricht neue Perspektiven auf aktuelle Probleme. Gemeint ist die Beziehung zwischen Gemeinressourcen und Gemeinschaften, d.h. zwischen (Aus-)Nutzern von materiellen und immateriellen Ressourcen und von zu deren Zugang ausgeschlossenen Bevölkerungsgruppen sowie der Qualität verantwortlichen Umganges mit ihnen.
Zu diskutierende Fragen werden u.a. sein: Was sind Gemeingüter? Inwiefern gehen sie jeden etwas an? Welche Visionen sind damit verbunden?
Ausgangspunkt sind Überlegungen von Elinor Ostrom (Nobelpreisträgerin für Wirtschaft 2009).

Marie-Elisabeth Hilger war Professorin für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte an der Universität Hamburg

Termine zu „Die Wiederentdeckung der "Gemeingüter".”

Kurs-Nr:3019
Datum:07.02.12-28.02.12
Uhrzeit:dienstags, 15.00-16.30 Uhr
Ort:Hauptkirche St. Nikolai, Altes Gemeindehaus, ehem. Konfiraum
Teiln. Beitrag:€ 32.00
 

Erinnern oder vergessen?

Ein Philosophisches Wochenendseminar

Dr. Uwe Beyer
Wie kann mit den Schrecken der Vergangenheit zum Wohl der Zukunft umgegangen werden?

Erinnern ist ein Grundpfeiler der Kultur. Das Bewahren vergangener Ereignisse im Gedächtnis, die Fähigkeit, Erfahrungen und Einsichten zu überliefern, ist für die Bildung persönlicher Identität wie für den Zusammenhalt von Gesellschaften unverzichtbar. Das gilt auch für die Bewältigung furchtbarer Erlebnisse. Doch dem Gegenteil des Erinnerns, dem Vergessen, kommt ebenso kulturelle Bedeutung zu. Es kann Individuen wie Völkern helfen, sich von den Schrecken der Vergangenheit zu entlasten, alte Gräben im Zeichen der Versöhnung hinter sich zu lassen und der Zukunft neue Impulse zu geben, statt sie mit Ab- und Aufrechnungen zu verstellen. – Wann ist das Erinnern, wann das Vergessen förderlich? Darüber gibt es kontroverse Debatten, insbesondere, wenn es, wie bei Kriegsverbrechen, um den Umgang mit schwerster Schuld geht.
Einen grundlegenden philosophischen Beitrag zum Thema hat bereits Friedrich Nietzsche geleistet: mit seinem Essay „Vom Nutzen und Nachteil der Historie für das Leben“ (1874). Jüngst, 2010, hat der Historiker Christian Meier das Thema mit Bezug auf geschichtliche Ereignisse des 20. Jahrhunderts wie die Völkermorde im Zeichen des Totalitarismus und den Umgang mit dem Unrecht später gestürzter Diktaturen nach 1989/90 aufgenommen („Das Gebot zu vergessen und die Unabweisbarkeit des Erinnerns“). Die politischen Umwälzungen 2011 in der arabischen Welt werden die Bedeutung des Themas noch verstärken, denn der Umgang mit den Verwerfungen der Vergangenheit und der Rolle des Westens dabei wird die Zukunft auch dieser Völker beeinflussen.
Das sind gute Gründe, um aus philosophischer Perspektive anhand unterschiedlicher historischer Beispiele zu erörtern: welche Formen des Erinnerns und des Vergessens der gesellschaftlichen Entwicklung eher zu- bzw. abträglich sein könnten.

Termin:
Sa. / So. 21. / 22. April 2012
Zeiten:
Sa. 11.00-13.00 Uhr, 14.00-17.30 Uhr
So. 12.00-13.45 Uhr, 14.45-17.45 Uhr

Dr. phil. Uwe Beyer ist Autor, Dozent an verschiedenen Akademien und gehört zum Leitungsteam der Evangelischen Stadtakademie Aachen.

Termine zu „Erinnern oder vergessen?”

Kursname:Wochenendseminar
Kurs-Nr:3020
Datum:21.04.12-22.04.12
Ort:Hauptkirche St. Nikolai, Kirche, Herrensaal
Teiln. Beitrag:€ 70.00
Sa. 11 h- 17.30h/ So.12-13.45 h 14.45-17.45h