Dramma per musica – Eindrücke vom 79. Bachfest der NBG in Hamburg

„Der dram(m)atische Bach“ lautete das Motto, unter dem vom 29.10. – 07.11.2004 in der Freien und Hansestadt Hamburg das 79. Bachfest der Neuen Bachgesellschaft e.V. stattfand. Nach den Bachfesten von 1921 und 1965 versammelten sich nunmehr zum dritten Mal in der Geschichte der NBG die Freunde der Bachschen Musik in der traditionsreichen Stadt der Kirchenmusik an der Elbe, die für ihre Gäste ein breitgefächertes Angebot erstrangiger musikalischer Veranstaltungen, musikwissenschaftlicher Vorträge sowie eine Orgelexkursion auf den Spuren Arp Schnitgers vorbereitet hatte. (…)

Als zweites Großwerk folgte am Reformationstag in der Hauptkirche St. Nikolai Georg Friedrich Händels Oratorium „Israel in Egypt“ HWV 54. Ein nahezu monolithisches Werk von knapp drei Stunden Dauer voller Dramatik und wirksamer Effekte, die der mit emphatischer Gestik gestaltende Dirigent Matthias Hoffmann-Borggrefe voll zu nutzen wusste. (…)

Ein von Max Pommer unter dem Titel „Bach > Elbe“ in der Musikhalle dirigiertes Konzert der Hamburger Camerata, den Trompeten des Bremer Barockensembles und des Kammerchores der Kantorei St. Nikolai bewegte sich sowohl klanglich als auch interpretatorisch in traditionellen Bahnen. Zu Gehör gebracht wurden von J. S. Bach die Ouvertüren-Suite Nr.3 D-Dur BWV 1068, eine von Pommer verfasste Rekonstruktion des Konzertes für 3 Violinen in D-Dur BWV 1064, die weltliche Kantate BWV 206 „Schleicht, spielende Wellen“ sowie die Hamburger Sinfonie A-Dur Wq 182,4 von Carl Philipp Emanuel Bach. Ein ansprechender Konzertabend, der beim Publikum lebhaften Beifall fand.

Peter Roy

„Mitteilungsblatt der Neuen Bachgesellschaft Nr.55 im Winter 2004/2005“ vom 15.12.2004

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