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Verkauf des Gemeindehauses in der Abteistraße

Haben Sie in den letzten Wochen auch in der Presse etwas über den Verkauf des Gemeindehauses in der Abteistraße gelesen? Gerne informieren wir Sie mit dem untenstehenden Bericht über den aktuellen Stand und die Hintergründe, warum wir uns von dem Haus verabschieden mussten.

Ein Bericht aus dem Kirchengemeinderat

Manchmal braucht es Jahre, um eine Entscheidung des Kirchengemeinderats (KGR) vorzubereiten und diese umzusetzen: Der Beschluss, das alte Gemeindehaus in der Abteistraße 38 zu verkaufen, ist dafür ein Beispiel. Seit 1962 im Besitz der Hauptkirche St. Nikolai diente diese stilvolle, ursprünglich zur privaten Nutzung entworfene Villa als Gemeindehaus. Mit dem Bau des jetzigen Gemeindehauses im Harvestehuder Weg 118 verlagerten sich seit 2001 die gemeindlichen Aktivitäten in das neue Gebäude. Gleichwohl blieb das „alte Gemeindehaus“ ein kirchlicher Ort insbesondere für die Arbeit mit Jugendlichen und Senior*innen.

Seit dem Neubau des Gemeindehauses zeichnete sich allerdings auch ab, dass St. Nikolai die finanziellen Mittel fehlen, um das sanierungsbedürftige Gebäude in der Abteistraße – auch nach Vorgaben der Denkmalbehörde – instand zu setzen. Und so diskutierte der KGR seit geraumer Zeit Pläne zu dessen alternativer Nutzung. Diverse Optionen wurden geprüft, ließen sich aber leider nicht realisieren: Eine gewerbliche Nutzung des Hauses verbietet der Baustufenplan, einen Umbau der Denkmalschutz. Auch die Nutzung des Hauses als Kita kommt nicht in Frage, weil die planungsrechtlichen Vorgaben eine wirtschaftliche Belegung verhindern. Pläne, das nötige Geld aus anderen kircheneigenen Immobilien – etwa durch deren Vermietung – zu generieren, schieden aus, weil diese nicht genügend Erträge erbringen. Zuletzt konzentrierten sich die Überlegungen deshalb auf den schwierigen Schritt, das Haus in der Abteistraße zu verkaufen.

Im Dezember 2018 fand sich für die Abteistraße 38 ein privater Käufer, sodass dieses ab April 2019 der Gemeinde nicht mehr zur Verfügung steht. Für viele Gemeindeglieder und auch für die Mitglieder des KGR bedeutet dies einen schmerzlichen Abschied von einem mit vielen Erinnerungen verbundenen Gebäude.

Wie geht es nun weiter? Die aus dem Verkauf erzielten Erträge müssen nach kirchenrechtlicher Vorgabe vermögenssichernd angelegt werden. Deshalb plant der KGR, den Erlös im Kauf einer anderen Immobilie zu reinvestieren, deren Mieterträge dem Haushalt der Gemeinde zufließen. Außerdem hat der KGR parallel zu den hier skizzierten Überlegungen beim Bezirk Eimsbüttel einen Erweiterungsbau des Gemeindehauses hinter dem Kirchgebäude beantragt. Hinter der Kirche sollen analog zum Atrium des Gemeindehauses im Harvestehuder Weg freundliche und moderne Gruppenräume entstehen. Hier werden auch die Jugendlichen und Senior*innen eine Heimat finden. Bis die gemeindliche Arbeit dort aufgenommen werden kann, werden die Büros einiger Mitarbeitender – voraussichtlich für zwei Jahre – im ehemaligen Pfarrhaus in der Heilwigstraße 22 untergebracht. Mit dem Abschied von der Abteistraße sieht St. Nikolai also mancher Veränderung entgegen. Dies erfordert Kraft und Mut, weckt zugleich aber auch Neugier und Freude auf das, was in naher Zukunft unter dem Kirchturm der Hauptkirche am Klosterstern wächst und neu entsteht.

Hauptpastor und Propst Dr. Martin Vetter, Vorsitzender des Kirchengemeinderates