Die Amtszeit der Kinderbischöfe (KiBis) drehte sich 2014 um ein ernstes Thema: die Rechte von Kindern auf der Flucht. Bei einem Gottesdienst am 4. Dezember führte der damalige Hauptpastor Johann Hinrich Claussen Zoe, Marie und Felix ins Amt ein. In ihrer Antrittsrede machten die neuen KiBis auf die trostlose Lage dieser Kinder aufmerksam und legten ihr Ziel fest: Spenden für einen neuen Spielplatz in der Flüchtlingsunterkunft Mattkamp in Billstedt beschaffen.

In der Unterkunft leben über 420 Flüchtlinge in beengten Verhältnissen. Zwar gibt es einen Platz zum Spielen, doch dieser hat bis zur Trostlosigkeit gelitten. Ein schöner Ort zum Spielen, so die Idee des Projekts, soll Lebensfreude in die Kinderherzen bringen und die Familien im Dorf zusammenführen. Doch für die Realisierung des Spielplatzes mussten mindestens 22.000 Euro zusammenkommen.

Einen ersten Grundstock legte bereits die während des Einführungsgottesdienstes gesammelte Kollekte von rund 1000 Euro. Außerdem kündigte die Schirmherrin des Projekts, Sabine Tesche vom Abendblatt-Ressort „Von Mensch zu Mensch“, einen Zuschuss von 10.000 Euro an. Auch Bischöfin Kirsten Fehrs sagte ihre Unterstützung zu, als die KiBis ihr Anliegen in der Bischofskanzlei vortrugen.

Das Pavillondorf besuchten die KiBis mit vollem Ornat und Gefolge am Nikolaustag. Sie verteilten süße Gaben und erkundigten sich bei den Kindern nach den Wünschen für einen Spielplatz. Die vier Wochen bis zu ihrer Ausführung vergingen für Zoe, Marie und Felix wie im Flug. Doch ihr Einsatz hat sich gelohnt: Ihr finanzielles Ziel haben die Schüler erreicht!

An diesem Erfolg hatten auch die Ehrenamtlichen der Hauptkirche St. Nikolai einen großen Anteil: Bei einem großartigen Weihnachtsbasar im Dezember kam eine Spendensumme von 8.500 Euro für die Mattkamp-Flüchtlinge zusammen.

Der Realisierung des Spielplatzes steht nun nichts mehr im Weg.

 

Kinderbischöfe – wieso, weshalb, warum?

Vor genau 20 Jahren wurde die mittelalterliche Tradition wiederbelebt, dass ein Kind zur Weihnachtszeit bei Politikern und Geistlichkeit der Hansestadt die Ängste, Wünsche und Träume von Kindern in Erinnerung bringt. Mit dabei: Die Hauptkirche St. Nikolai am Klosterstern, die die Urkunde aus dem Jahr 1304 über Kinderbeauftragte ausfindig gemacht und mit Nikolai-Pastoren, Wichern-Lehren und Fünftklässlern den Brauch 1994 wiederbelebt hat. Inzwischen sind es immer drei Kinderbischöfe (KiBis) der Wichern-Schule des Rauhen Hauses, die sich gegenseitig bei ihrer Aufgabe unterstützen.

Kibi Abschluss 1 Kibi Mattkamp 3