Die KANTOREI ST. NIKOLAI wurde 1957 an der Hauptkirche St. Nikolai vom damaligen Kirchenmusiker Walter Gebhard gegründet. Von 1979 bis 2002 führte KMD Ekkehard Richter die sehr erfolgreiche Chorarbeit weiter. Seit Juli 2002 steht die Kantorei unter der Leitung seines Nachfolgers Matthias Hoffmann-Borggrefe. Neben der regelmäßigen Gestaltung von Gottesdiensten mit anspruchsvoller a-cappella-Literatur und Kantaten liegt ein Schwerpunkt der Arbeit der Kantorei auf der konzertanten Darbietung der oratorischen Literatur vom Frühbarock bis zur Moderne.

Von zentraler Bedeutung ist dabei das Werk Johann Sebastian Bachs, dessen Passionen, „Weihnachtsoratorium“ (einschließlich des von Matthias Hoffmann-Borggrefe erfolgreich eingeführten „Weihnachtsoratorium für Kinder“) sowie verschiedene Kantaten alljährlich aufgeführt werden. Auch die großen Werke der Klassik und Romantik stehen regelmäßig auf dem Programm des Chores. Darüber hinaus widmet sich der Chor mit großem Engagement der Musik des 20. Jahrhunderts. So wurden etwa das „Requiem“, „In terra pax“ und „Golgotha“ von Frank Martin, die „Glagolitische Messe“ von Leos Janácek, Hans Pfitzners „Dunkles Reich“ mit ebenso großem Erfolg aufgeführt wie a-cappella-Werke von Distler, Pepping, Kodály und Poulenc.

Inzwischen dokumentieren auch im Handel erhältliche CD-Einspielungen die Qualität und den Schwerpunkt der Kantorei. Sowohl das „Weihnachtsoratorium für Kinder“ als auch Honeggers „La Danse des Morts“ und Martins „Requiem“ liegen in Einspielungen aus den Jahren 2007 und 2010 vor.

Konzertreisen führten die KANTOREI ST. NIKOLAI durch Deutschland und in das europäische Ausland. Besondere Höhepunkte markierten hierbei die beiden Konzertreisen nach Israel in den Jahren 1998 und 2000 sowie die Reisen nach Frankreich (Saintes und La Rochelle) in 2004, Deutschland/Österreich (2006), Mallorca (2009) und südtirol (2011). Ein Meilenstein war das Konzert zum 60. Jahrestag des Kriegsendes am 8. Mai 2005. Anlässlich dieses Gedenktages führte die Kantorei mit der Hamburger Camerata in Anwesenheit von Frank Martins Witwe Maria Martin sein Friedensoratorium „In terra pax“ auf sowie Arnold Schönbergs „Friede auf Erden“ und „Ein Überlebender aus Warschau“. 2007 feierte die Kantorei ihr 50-jähriges Jubiläum mit Aufführungen der „h-Moll-Messe“ von Johann Sebastian Bach und Frank Martins Passionsoratorium „Golgotha“.

Zur Zeit hat der Chor etwa 130 Mitglieder. Für verschiedene Programme bilden sich aus der Kantorei heraus auch kleinere Ensembles, wie das Vokalensemble, der Kammerchor und der Kleine Chor der Kantorei St. Nikolai. Diese Ensembles erarbeiten Konzertprogramme von eher kammermusikalischem Charakter und ergänzen so in idealer Weise die Kirchenmusik an der Hauptkirche St. Nikolai.