Mittwoch, 15.05.2013 17:00 Uhr

Veranstaltungsort

Hauptkirche St. Nikolai, Gemeindesaal
Harvestehuder Weg 118
20149 Hamburg

Informationen

Vortrag in Zusammenarbeit mit der Deutschen Stiftung Denkmalschutz

Im Mittelpunkt des Diavortrages steht die preußische Baukunst zwischen der Königskrönung von Friedrich I. (1701) und der Kaiserkrönung von Wilhelm I. (1871). Das Verhältnis der preußischen Könige zu Architektur und Städtebau war äußerst unterschiedlich, immer aber von absolutem Machtwillen dominiert. Sie gingen herrisch mit ihren Baumeistern um, bedienten sich häufig fremder Entwurfsideen und griffen detailversessen in Planungen ein. Wie und warum kam es dazu, dass Architektur und Städtebau für das nach dem Dreißigjährigen Krieg entvölkerte Kurfürstentum Brandenburg und das durch die Pest menschenentleerte Herzogtum Preußen so bedeutsam wurden? Wie war es möglich, dass ohne natürlichen Reichtum, ohne Bodenschätze, ohne eigene Seemacht, ohne kulturvolle Traditionen in 170 Jahren ein einflussreicher Staat heranwuchs, mit immer neueren Bauten und moderneren Städten? Will man Fragen nach der Bedeutung der Architektur für Preußens Aufstieg beantworten, muss man über den Tellerrand der Formen und Stile hinaussehen: Mit Bauten werden auch politische, gesellschaftliche und kulturelle Ziele anvisiert. Preußen hat, obwohl kein Staatsvolk oder vielleicht gerade deswegen, Mut und Verstand eingesetzt, hat sich bewegt, hat Aufklärung betrieben und seinen eigenen Weg gesucht. Nicht einfach für das Königreich, war es doch anfangs ein bitterarmes Land, das nun in Riesenschritten in die Mitte europäischer Geschichte rückte.

Prof. Dr. phil. habil. Ingo Sommer, 1972 Dipl.-Ing. Architektur und Stadtbau Technische Universität Berlin, 1966-2002 Arbeit in Architekturbüros und Baubehörden, Veröffentlichungen zur deutschen Baugeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts, Erforschung deutscher Baukunst in Tsingtau/ Qingdao (China), Hon.- Prof. für Architekturgeschichte am Institut für Kunst und visuelle Kultur der Universität Oldenburg, Träger der Landschaftsmedaille der Oldenburgischen Landschaft, Mitglied der Preußischen Historischen Kommission Berlin, freier Architekturhistoriker in Berlin-Brandenburg.

Eintritt frei – um eine Spende zugunsten der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und des Kollegs St. Nikoai wird gebeten

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