Mittwoch, 18.11.2015 20:00 Uhr

Veranstaltungsort

Hauptkirche St. Nikolai, Gemeindesaal
Harvestehuder Weg 118
20149 Hamburg

Informationen

32 Postkarten schrieben die deutsch-jüdischen Großeltern des Autors zwischen 1940 und 1941 von Hamburg aus an ihren Sohn Walter Wächter in Schweden – die letzte Karte unmittelbar vor ihrem Transport in ein Konzentrationslager bei Riga. Zwei Stolpersteine in Eimsbüttel erinnern heute noch an sie. Der Autor Torkel S Wächter hat die Postkarten im Nachlass seines Vaters gefunden, Deutsch gelernt, Zeit in Archiven verbracht und Menschen getroffen, die ihm von dem erzählten, wonach er seinen Vater nie gefragt hat. Der Autor liest in St. Nikolai aus seinem 2014 erschienen Buch „32 Postkarten. Post aus Nazi-Deutschland. Das Schicksal einer jüdisch-deutschen Familie aus Hamburg“.

In seinem jüngst erschienenen Buch „Die Ermittlung. Die wahre Geschichte einer deutsch-jüdischen Familie aus Hamburg“ rekonstruiert Wächter ein Ermittlungsverfahren anhand einer bisher unveröffentlichten Akte, die im Hamburger Stadtarchiv erhalten ist und ein einzigartiges Zeitdokument darstellt: Am 30. Januar 1933 sitzt ein deutsch-jüdischer Beamter in seinem Büro im Finanzamt Baumeisterstraße in der Hamburger Innenstadt. Soeben wurde Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannt. Anfangs scheint es, als sollte Hitlers Ernennung den Beamten Gustav Wächter nicht nennenswert beeinflussen. Dann aber brennt in Berlin der Reichstag und die Veränderungen kommen Schlag auf Schlag. Das Berufsverbot für Juden betrifft zunächst vorrangig seine Söhne. Gustav Wächter ist schon zu lange beim Finanzamt, als dass er nach dem neuen Gesetz zur „Arisierung“ entlassen werden könnte. Um ihn loszuwerden, verfassen einige Kollegen ein anonymes Schreiben mit Vorwürfen gegen ihn, woraufhin eine Ermittlung eingeleitet wird.

Der Eintritt ist frei, um eine Spende wird gebeten.

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