Dienstag, 27.03.2018 20:00 Uhr

Veranstaltungsort

Hauptkirche St. Nikolai, Gemeindesaal
Harvestehuder Weg 118
20149 Hamburg

Informationen

Der Doppelvortrag stimmt ein in die Aufführung der Matthäus-Passion am Karfreitag, 30. März um 17 Uhr.

Johann Sebastian Bach hat in seinem Oratorium der Passionserzählung des Matthäusevangeliums musikalische und theologische Wirkung verliehen. Das Evangelium erzählt die dramatischen Ereignisse um den Tod Jesu eindrücklich, hat aber damit eine problematische Wirkungsgeschichte entfaltet. Denn der Ausruf „Sein Blut komme über uns und unsere Kinder“, mit dem das Volk Jerusalems dem Matthäusevangelium zufolge die Kreuzigung Jesu forderte (Mt 27,25), wurde als Selbstverfluchung gedeutet, die spätere antijüdische Pogrome rechtfertige. Wird heute die Matthäuspassion aufgeführt, muss die Wirkung der Worte, aber auch ihre ursprüngliche Bedeutung bedacht werden. Zugleich stellt sich die Frage nach der musikalischen Interpretation dieses Satzes durch Bach: Wie wirkt dieser Chorsatz auf uns heutige Zuhörerinnen und Zuhörer im Kontext der ganzen Passionsvertonung?

Dr. Christine Gerber, Professorin für Neues Testament, Hamburg
KMD Matthias Hoffmann-Borggrefe, Kirchenmusiker an St. Nikolai

Eintritt frei / Spenden für den Neubau der Orgel erbeten

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