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Bildung & Wissen » Kanzel und Vorträge

Der Blick über den Tellerrand

Beiträge zu gesellschaftsrelevanten Themen

An St. Nikolai finden verschiedene Veranstaltungsformate zu theologischen, ethischen und gesellschaftspolitischen Themen statt. Dabei kommen Referentinnen und Referenten unterschiedlicher Berufsgruppen ins Gespräch mit einem breiten Auditorium. Fester Bestandteil ist beispielsweise die jährlich stattfindende Ärztekanzel mit Vorträgen zu aktuellen medizinischen Themen und einem abschließenden Gottesdienst.

Ärztekanzel St. Nikolai

Die Ärztekanzel ist eine interdisziplinäre Vortragsreihe an der Hauptkirche St. Nikolai, bestehend aus drei Themenabenden sowie einem abschließenden Gottesdienst. Sie richtet sich an ein medizinisches Fachpublikum und an die interessierte Gemeinde. An St. Nikolai hat die Ärztekanzel Tradition: Sie besteht seit rund 30 Jahren, wird von einem Beirat vorbereitet und findet jeweils im Herbst statt.

An den Themenabenden diskutieren wir – eingestimmt durch eine kleine Kammermusik, abgestimmt von Kirchenmusiker Martin Bühler – gesellschaftlich relevante Themen wie z.B. Sterbehilfe, Gerechtigkeit im Gesundheitswesen oder die Entwicklung der Hirnforschung. Damit kommen aus medizinischer, psychologischer, rechtlicher und theologischer Sicht auch Konfliktthemen zur Sprache, die eine breite Diskussion aus religiöser und christlicher Sicht erfordern.

Bevorzugt laden wir medizinische Referentinnen und Referenten aus Hamburger Kliniken und Praxen ein. Damit trägt die Ärztekanzel bei zur Debatte über das berufliche Selbstverständnis von Ärztinnen und Ärzten sowie von Mitarbeitenden im Gesundheitswesen in und um Hamburg.

Der Gottesdienst nimmt die Themen vom Katheder auf und trägt sie zur Kanzel: Lieder, Gebete und Predigt stellen Bezüge her zu religiöser Praxis. Die Chöre der Hauptkirche geben diesem Gottesdienst unter Leitung des Kantors Matthias Hoffmann-Borggrefe einen eigenen Klang und Bedeutung.

 


Termine 2018

Dienstag
25.09.2018-20:00

"Wittensee"- Lesen

Susanne Bienwald

„Es war anstrengend, so zu sein, wie die anderen mich haben wollten.“  

Wie ergeht es einem hochsensiblen, introvertierten Menschen in unserer lauten und schnellen Zeit? Wie fühlt sich jemand, der gern allein für sich ist, in einer Gesellschaft, in der Teamfähigkeit zum Maßstab für ein gelingendes Leben gilt? Diesen Fragen geht der Roman „Wittensee“ nach.

An einem langen Sommertag zwischen Meer und See überdenkt die junge Heldin ihre große Liebe zu einem bekannten Filmemacher. Dabei erkennt sie, dass es ein Fehler gewesen ist, ihre eigene stille Natur jahrelang verleugnet zu haben.  

Susanne Bienwald ist Schriftstellerin und Literaturwissenschaftlerin. Ihr Roman „Wittensee“ hat bundesweit Beachtung gefunden.

im Herrensaal.

Ort: Hauptkirche St. Nikolai, Kirche, Herrensaal

Mittwoch
26.09.2018-20:00

Die Studienstiftung des deutschen Volkes und der "Deutsche Herbst"

Prof. Reinhard Zimmermann

In den 1970’er Jahren wurde die Bundesrepublik durch terroristische Akte der „Roten Armee Fraktion“ (RAF) erschüttert; diese kulminierten im sogenannten „Deutschen Herbst“, den Monaten September und Oktober des Jahres 1977. Leitfiguren der „Ersten Generation“ der RAF waren Ulrike Meinhof, Gudrun Ensslin, Horst Mahler und Andreas Baader. Drei von ihnen (Meinhof, Ensslin und Mahler) waren während ihres Studiums von der Studienstiftung des deutschen Volkes gefördert worden. Aufgabe der Studienstiftung ist die Förderung der Hochschulbildung hochbegabter junger Menschen, die in einem aufwendigen Verfahren ausgewählt werden.  

Meinhof, Ensslin und Mahler sind Personen der Zeitgeschichte, und die Öffentlichkeit hat damit ein berechtigtes Interesse daran, ihren Bildungsweg im Abstand von fast vierzig Jahren zu verfolgen. Diesem Zweck dient die Publikation der Förderakten der Studienstiftung: mit ausführlichen Lebensläufen, detaillierten Semesterberichten und Gutachten von Schulleitern und Hochschullehrern.

Professor Dr. Reinhard Zimmermann ist seit 2011 Präsident der Studienstiftung und wird diese Aktenedition präsentieren. Die in ihr versammelten Dokumente geben in vielerlei Hinsicht Anlass zum Nachdenken – nicht zuletzt darüber, dass Geschichte nicht immer nur Vorgeschichte ist.  

Im Nikolaisaal

Ort: Nikolai-Saal, Neues Gemeindehaus, Harvestehuder Weg 118